+++Abgesagt+++ 30 Jahre Brandanschlag in der Geißstraße: Reclaim and Remember

Datum: 
Donnerstag, 07.03.2024
Uhrzeit: 
18:00 - 20:00
Veranstaltungsort: 
Erinnerungsort Hotel Silber, Dorotheenstr. 10

+++Abgesagt+++

Aufgrund des Bahnstreiks muss die Veranstaltung am Donnerstag abgesagt werden. Wir bemühen uns um einen zeitnahen Ersatztermin.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

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Am 16. März 1994 starben sieben Menschen, Ante B., Ljuba B., Zuzanna M., Athina S., Kristina S., Nebahat S., ihre Tochter Aynül S. und ihr ungeborenes Kind, bei einem möglicherweise rassistisch motivierten Brandanschlag in der Stuttgarter Geißstraße. Zu Beginn der 1990er Jahre veränderte eine Welle rassistischer Gewalt das Leben vieler Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrungen für immer. Nach dem Herbst 1991 kam es binnen zwei Jahren zu mehr als 1.000 Brandanschlägen.

Bis heute stehen die Namen der Städte Mölln und Solingen symbolisch hierfür.
Sowohl bundesweit als auch in Stuttgart selbst sind der verheerende Anschlag vom 16. März 1994 und vor allem auch der mögliche rassistische Hintergrund der Tat kaum bekannt. Obwohl der Täter bei nachfolgenden Brandanschlägen Bekennerschreiben mit eindeutig rassistischen Parolen und NS-Symbolen versandte, gilt der Brandanschlag auf die Geißstraße bis heute als Tat eines verwirrten, psychisch erkrankten Einzeltäters und Pyromanen. Rassismus spielte bei der Tat in der Geißstraße keine Rolle, urteilte das Gericht. Eine Analyse der Stiftung Geißstraße unterstützt diese bis heute umstrittene Position.

Die Folgen sind gravierend: Bis heute sind die Getöteten nicht als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt; die Überlebenden sind ohne entsprechende Hilfen geblieben.

Anlässlich des 30. Jahrestages des Brandanschlages werden wir mit Expert*innen aus Überlebendeninitiativen, Wissenschaft und Praxis über Rassismus als mutmaßliches Tatmotiv des Brandanschlages in der Geißstraße sprechen: Es geht auch um die Frage von Rassismus als Tatmotiv bei psychisch erkrankten Täter*innen, die Pathologisierung von Rassismus, die gesellschaftliche Abwehr von Perspektiven und Forderungen von Überlebenden rassistischer Brandanschläge sowie die Kontinuitäten rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Baden-Württemberg und fehlende Anerkennung.

Auf dem Podium sprechen:

Ibrahim Arslan, Opfer und Überlebender des Brandanschlages von Mölln im Jahr 1992, Politischer Bildner, Aktivist und Empowerment-Coach

Heike Kleffner, Journalistin und Geschäftsführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V.

Saime Ekin-Atik, Leiterin von LEUCHTLINIE, der Fach- und Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Baden-Württemberg

Prof. Dr. Christoph Kopke, Professor für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte an der HWR Berlin

Prof. Dr. med. Dr.phil. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin

Moderiert wird die Veranstaltung von Anna Hunger, Chefredakteurin der kontext:Wochenzeitung

Anmeldung unter: Friederike.Hartl@sjr-stuttgart.de

Den Veranstaltenden ist ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander sehr wichtig. Störungen oder Beleidigungen führen zum Ausschluss aus der Veranstaltung. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser ad hoc auszuschließen.