Chronik rechter Vorfälle in Baden-Württemberg

Diese Chronik rechter Vorfälle informiert über rassistische und rechtsmotivierte Aktivitäten in Baden-Württemberg. Hierbei werden Gewalttaten ebenso wie Nötigung, Sachbeschädigung und Propagandadelikte berücksichtigt. Es ist jedoch von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen, da nicht alle Taten angezeigt werden bzw. an die Öffentlichkeit gelangen. Hin und wieder wird die rechtsgerichtete Motivation einer Tat nicht als solche benannt. In diesem Fall spielt die Wahrnehmung der Betroffenen eine wichtige Rolle bei der Einordnung der Delikte. Taten, bei denen die Beratungsnehmer_innen um eine vertrauliche Behandlung bitten, werden nicht veröffentlicht.

20.06.21
Iggingen

Umgedrehtes Hakenkreuz auf Fassade

Auf die Wandfassade des Gemeindesaals wurde neben anderen Zeichnungen auch ein umgedrehtes Hakenkreuz aufgemalt.

20.06.21
Weingarten

LGBT-Banner gestohlen

Ein LGBT-Banner, welches über zwei Eingängen der Kirche in der St.Konrad-Straße in etwa vier Meter Höhe angebracht war, wurde in der Nacht gestohlen.

19.06.21
Freiburg im Breisgau

"Hitlergruß" gezeigt

Im Nachgang einer antifaschistischen Demonstration zeigte ein Passant den "Hitlergruß".

17.06.21
Karlsruhe

Sicherheitsmitarbeiter rassistisch bedroht und gewürgt

Ein 27-jähriger Mann betrat das Gleisbett und belästigte Reisende am Hauptbahnhof, weshalb er von Sicherheitsmitarbeitern auf sein Verhalten angesprochen wurde. In der Folge beleidigte und bedrohte der Mann die Mitarbeiter zum Teil rassistisch und würgte einen der Männer am Hals.

17.06.21
Freiburg im Breisgau

Hausdurchsuchung bei Polizeibeamten

Bei drei Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Freiburg wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Es besteht der Verdacht, dass sie in einer WhatsApp-Chatgruppe in den Jahren 2017 und 2018 vereinzelt rassistische und diskriminierende Inhalte ausgetauscht haben sollen.

12.06.21
Freiburg im Breisgau

Rassistischer Angriff auf jungen Mann

Ein junger Mann war seiner Aussage nach auf dem Heimweg, als er zunächst auf fünf scheinbar angetrunkene Männer traf, die er aufgrund eines mulmigen Gefühls schnell überholen wollte. Einige aus der Gruppe skandierten "Ausländer raus“. Als er mit "Ich bin Ausländer. Wo soll ich hingehen?" antwortete, wurde er rassistisch und homofeindlich beleidigt. Aus der Gruppe heraus wurden auch Morddrohungen gegen den jungen Mann ausgesprochen. Obwohl der Betroffene viele Passant_innen auf die Situation aufmerksam machte und sie direkt um Hilfe bat, reagierte fast niemand. Die Anzahl der Angreifer stieg im Verlauf noch weiter an, so dass der Betroffene zeitweise von über zehn Personen verfolgt, beleidigt, bedroht und geschlagen wurde. Der gesamte Angriff zog sich über 20 Minuten hin, bis der Betroffene letztendlich in einer Tankstelle selbst die Polizei rief.

Bereits während der Tat wurde von Seiten der Angreifergruppe geäußert, dass einer von ihnen Polizist sei. Auch in der späteren Polizeimeldung wird dies und dessen Ruf "Ausländer raus" bestätigt. Dennoch wird von Seiten der Polizei die gesamte Tat als "Streitigkeit zwischen mehreren Personen" entpolitisiert:

12.06.21
Weil am Rhein

Transfeindliche Beleidigung

In einer Regionalbahn zwischen Müllheim und Freiburg wurde eine 47-Jährige von einem 26-jährigen Mann transfeindlich beleidigt, als sie sich bei ihm wegen seinem lautstarken Telefonieren beschwerte.

12.06.21
Freiburg

Antifaschist_innen mit Pfeffergel attackiert und Ersthelfer mit Messer verletzt

Durch ein Communiqué der Autonomen Antifa Freiburg wurde öffentlich, dass der ehemalige AfD-Gemeinderatskandidat und "Querdenker" Robert H. nach einem Angriff auf zwei junge Antifaschist_innen einen Ersthelfer mit dem Messer angegriffen und verletzt haben soll. Die beiden Antifaschist_innen hatten Robert H. zuvor auf der Straße erkannt und ihn als Faschisten bezeichnet. Im weiteren Verlauf soll er die beiden verfolgt und mit Pfeffergel angegriffen haben. Als sich ein couragierter Mann ihm entgegenstellte, soll Robert H. ein Messer gezückt und diesen so schwer verletzt haben, dass der Mann im Krankenhaus wegen einer Schnittwunde unter der Brust behandelt werden musste. Auch die Begleiterin des Ersthelfers wurde mit Pfeffergel angegriffen.

Gegen Robert H. läuft derzeit bereits ein Verfahren, in welchem ihm vorgeworfen wird, im Jahr 2019 zusammen mit Dubravko Mandic einen Radfahrer mit Pfefferspray und einer Metallzange angegriffen zu haben.

Obwohl eine Befragung des Verletzten noch im Krankenhaus stattfand, übernahm die Polizei in ihrer Pressemitteilung die Sichtweise von Robert H., welcher die Angriffe als Notwehr darstellte.

11.06.21
Friedrichshafen

Verfassungsfeindliche Symbole

Ein 35-Jähriger wird verdächtigt, die Uferpromenade mit mehreren verfassungswidrigen Symbolen beschmiert zu haben.

11.06.21
Heidelberg

Rassistische Beleidigung gegen Kind

Ein 10-jähriges Mädchen befand sich gegen 14:30 Uhr in der Bahn, als sie von einem unbekannten Mann rassistisch beleidigt wurde.

 

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