Chronik rechter Vorfälle in Baden-Württemberg

Diese Chronik rechter Vorfälle informiert über rassistische und rechtsmotivierte Aktivitäten in Baden-Württemberg. Hierbei werden Gewalttaten ebenso wie Nötigung, Sachbeschädigung und Propagandadelikte berücksichtigt. Es ist jedoch von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen, da nicht alle Taten angezeigt werden bzw. an die Öffentlichkeit gelangen. Hin und wieder wird die rechtsgerichtete Motivation einer Tat nicht als solche benannt. In diesem Fall spielt die Wahrnehmung der Betroffenen eine wichtige Rolle bei der Einordnung der Delikte. Taten, bei denen die Beratungsnehmer_innen um eine vertrauliche Behandlung bitten, werden nicht veröffentlicht.

21.03.17
Trossingen

Fenster an Flüchtlingsunterkunft beschädigt

Ein unbekannte_r Täter_in hat "einen größeren Gegenstand" gegen das Fenster einer Flüchtlingsunterkunft geworfen und dadurch die Doppelglasscheibe beschädigt. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Bis die Täter_innen nicht gefasst sind, kann dies aber nicht gänzlich als Tatmotiv außer Betracht gelassen werden.

21.03.17
Kirchheim/ Teck

Anschlag mit Buttersäure, Grafitti gegen Nazi-Gegner

Am Dienstagmorgen des 21. März 2017 bemerkte ein Mitglied des Vereins "Volkshaus" aus Kirchheim/ Teck, dass die Briefkästen seines Wohnhauses mit dem Schriftzug "Antifasau" beschmiert wurden. Am Nachmittag kam es dann zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und Polizei. Ein Gebäude, in dem auch der Verein "Volkshaus" sitzt, war attackiert worden. Bislang Unbekannte hatten eine Fensterscheibe mit einem Stein eingeworfen und ein Glase mit Buttersäure hinterhergeschmissen. Lokalpresse und örtliche Politik spielen einen möglichen rechten Hintergrund herunter.
Am darauffolgenden Samstag zeigten bei einer Kundgebung über Hundert Menschen ihre Solidarität mit den Mitgliedern des Volkshauses. Zudem verurteilten sie die verschiedenen Anschläge von extrem Rechten, die es im Großraum Göppingen in den Wochen zuvor gab.

16.03.17
Bad Waldsee-Reute

Junger Afghane nach Angriff verletzt

Ein 17jähriger Afghane wurde in der Gaisbeurener Straße von zwei 18jährigen unvermittelt geschlagen und dadurch so verletzt, dass er ambulant im Krankenhaus versorgt werden musste. Die beiden Täter beschimpften den Betroffenen zudem rassistisch. Die Polizei fahndet nach den beiden Schlägern und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung:
Die Täter werden wie folgt beschrieben: beide etwa 18 Jahre alt und 1,65 Meter groß. Der eine hat eine kräftige Statur und hellblonde, nach hinten gegelte Haare; er trug eine schwarze Jogginghose, dunkle Jacke, darunter ein weißes Kleidungsstück und knöchelhohe, dreifarbige Schuhe der Marke Adidas. Die zweite Person hat schwarze, kurze Haare.

16.03.17
Pliezhausen

Extrem Rechte stören Vortrag von Linken-Kandidatin

Zwei Anhänge der extrem rechten Szene störten eine Veranstaltung der Bundestagskandidatin Jessica Tatti. Dort wurden sie handgreiflich, nachdem sie der Veranstaltung verwiesen worden waren. Anschließend verschandelten sie mit flüchtlingsfeindlichen Flugblättern kurzzeitig die Umwelt. Die Aktion wurde auf einer Seite bildlich dokumentiert, die der Neonazi-Partei "Der III. Weg" nahesteht.

13.03.17
Böblingen

Ertappt: Hakenkreuzschmierer

Ein 27jähriger wurde dabei ertappt, wie er mit einem Filzstift ein Hakenkreuz an eine Scheibe des Bahnhofs malte.

13.03.17
Stuttgart

Morddrohung gegen Organisator_innen der Wochen gegen Rassismus

Die Organisator_innen der "Internationalen Wochen gegen Rasssismus" sind häufig mit rassistischen Äußerungen konfrontiert. Auf der facebook-Seite der Veranstaltung kam es nun sogar zu einer Morddrohung gegen das Orga-Team. Die Kriminalpolizei ermittelt, auch die Stadt prüft, sich mit einer Anzeige anzuschließen, da ein Mitarbeiter der Stadt betroffen sei.
Im Rahmen einer Verwaltungsausschusssitzung behaupteten Abgeordnete der AfD, in Stuttgart gebe es "rechte Gewalt im eigentlichen Sinne" gar nicht. Nach Angaben eines Polizisten in eben dieser Sitzung sind im Bereich des Regierungspräsidiums Stuttgart im ersten Halbjahr 2016 89 rechtsmotivierte Strafttaten bekannt geworden. Zudem gab es den öffentlich bekannt gewordenen Fall eines jungen Mannes, der aus einem Auto heraus aus rassistischen Gründen mit einer Waffe bedroht wurde.

11.03.17
Ulm

Rentnerin attackiert zwei Jungen

Eine 72jährige hat zwei Jungen in der Ulmer Fußgängerzone rassistisch beleidigt und sie mit einem Stock attackiert. Einem 12jährigen schlug sie mit dem Stock auf die Brust. Der Grund für den Angriff ist nicht genau bekannt. Laut eines Zeitungsberichts störte sich die Frau an der Anwesenheit der Jungen. Sie muss nun mit einem Verfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung rechnen.

11.03.17
Karlsruhe

Hitlergruß am Rande einer rechten Demo

Bei der Demo von "Karlsruhe wehrt sich" fiel ein Teilnehmer durch das Zeigen des Hitlergrußes auf. Laut eines Presseberichts erfolgte keine unmittelbare Ermittlung nach dieser Straftat.

11.03.17
Mundelsheim

Randale und Hakenkreuze

Am Neckarufer hinter der Käsberghalle beschädigten bisher Unbekannte eine Sitzbank und ein Schachbrett. Tische wurden mit Hakenkreuzen und Schriftzügen beschmiert. Der Schaden beträgt rund 1500 €.

05.03.17
Hechingen

Brandstiftung bei Kunstausstellung

Am Tag der Ausstellungseröffnung einer libanesischen Künstlerin kam es in Hechingen zu einer Brandstiftung. Zwar geht die Polizei nicht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Dies kann aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Die Ausstellungsräume sind bis auf Weiteres geschlossen.

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