Chronik rechter Vorfälle in Baden-Württemberg

Diese Chronik rechter Vorfälle informiert über rassistische und rechtsmotivierte Aktivitäten in Baden-Württemberg. Hierbei werden Gewalttaten ebenso wie Nötigung, Sachbeschädigung und Propagandadelikte berücksichtigt. Es ist jedoch von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen, da nicht alle Taten angezeigt werden bzw. an die Öffentlichkeit gelangen. Hin und wieder wird die rechtsgerichtete Motivation einer Tat nicht als solche benannt. In diesem Fall spielt die Wahrnehmung der Betroffenen eine wichtige Rolle bei der Einordnung der Delikte. Taten, bei denen die Beratungsnehmer_innen um eine vertrauliche Behandlung bitten, werden nicht veröffentlicht.

14.05.17
Böbingen/ Rems

Hausfassade beschmiert

Die Meldung der Polizei im Wortlaut: "Zwischen Sonntagabend und Montagabend wurde in der Bahnhofstraße die Hausfassade eines Gebäudes durch ein Hakenkreuz und ein Schimpfwort beschmiert. Die Schadenshöhe ist derzeit noch nicht bekannt."

12.05.17
Aalen-Wasseralfingen

Immer wieder neue Nazi-Schmierereien in Wasseralfingen

Die Serie von extrem rechten Schmierereien in Aalen-Wasseralfingen reißt nicht ab. Der oder die Täter_innen sprühten an die Wand der Talsporthalle sowie an einen Abfallcontainer rassistische Schriftzüge sowie Hakenkreuze. Der Tatzeitraum wird zwischen Freitag 15 Uhr und Montagmorgen, 7 Uhr eingegrenzt.Die Bevölkerung wird um Mithilfe bei den Ermittlungen gebeten.

10.05.17
Heilbronn-Böckingen

Holocaust-Leugnung gesprüht

An der Ludwigsburger Straße wurde eine Parole gesprüht, die den Holocaust leugnet. Dies ist die zweite antisemitische Straftat innerhalb weniger Wochen. Das "Netzwerk gegen Rechts Heilbronn" fordert die Aufklärung der Straftaten und sieht angesichts des Aufwinds (extrem) rechter Akteur_innen auch politischen Handlungsbedarf. Der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft Heilbronn-Unterland schließt sich den Forderungen an und sieht laut Heilbronner Stimme in den Taten "exakt zwei Ereignisse zuviel".

08.05.17
Aalen-Wasseralfingen

Schild der Städtepartnerschaft mit Hakenkreuz beschmiert

Am Ortseingang von Wasseralfingen wurde das Schild der Städtepartnerschaft durch Grafitti beschädigt. Der Name der Partnerstadt Antakya (Türkei) wurde geschwärzt und zwei Hakenkreuze und ein Schriftzug geschmiert. Zuvor waren am Wasseralfinger Schloss rassistische Parolen entdeckt worden.

05.05.17
Heilbronn-Sontheim

Antisemitische Friedhofsschändung

Zwischen Ende April und Anfang Mai haben bislang Unbekannte den jüdischen Friedhof in Heilbronn-Sontheim geschändet. Der oder die Täter_innen warfen 10 Grab- und Gedenksteine um und verursachten so einen Schaden von ca. 4.000 Euro. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

04.05.17
Meßkirch

Zehn Hakenkreuze auf Sitzbänken hinterlassen

Zehn Hakenkreuze schmierten bislang Unbekannte auf Sitzbänke in der Nähe des Schloss Meßkirch. Die Polizei ermittelt wegen der Verwednung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

04.05.17
Ettlingen

Neun Fälle von rechten Schmierereien in zwei Wochen

Innerhalb von zwei Wochen wurden neun Fälle von extrem rechten Schmierereien an Hausfassaden in Ettlingen bekannt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise zur Egreifung der Täter_innen.

02.05.17
Heilbronn-Neckargartach

Asylbewerber wurde mit Bierflasche angegriffen

Auf dem Parkplatz eines Supermarktest in der Frankenbacher Straße wurde ein 27-jähriger Iraker am späten Nachmittag von einem unbekannten Mann angesprochen. Dieser war kurz zuvor mit dem Auto auf den Parkplatz gefahren. Kurz darauf verletzte der Unbekannte den Asylbewerber mit einer abgebrochenen Bierflasche. Zurück in der Flüchtlingsunterkunft, riefen die Mitbewohner des 27-Jährigen einen Krankenwagen, der den Verletzten ins Krankenhaus brachte. Die Ermittlungen dauern an.

02.05.17
Esslingen

CDU-Lokalpolitiker erhält Schreiben mit Holocaustleugnung

In der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei "Die Linke" zu Angriffen auf im Bundestag vertretene Parteien wird ein Schreiben eines bekannten Holocaustleugners an einen CDU-Lokalpolitiker aufgeführt, welches den Massenmord an den Juden während der NS-Diktatur infrage stellt. Die Tat wurde als Politisch Motivierte Kriminalität-Rechts eingeordnet.

02.05.17
Sigmaringen

Schmiererei: "Hitler würde sich im Grab umdrehen"

Auch 68 Jahre nach dessen Suizid sehen ewiggestrige Zeitgenossen im Diktator und Massenmörder Adolf Hitler einen politischen Ratgeber. Der oder die Täter_innen sprühten in Sigmaringen in eine Fußgängerunterführung in der Burgbergstraße die Parole "Hitler würde sich im Grab umdrehen" nebst Hakenkreuz an die Wand. Eine Polizeistreife entdeckte die Schmiererei und leitete Ermittlungen ein. Zeug_innen sind aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden.

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