Chronik rechter Vorfälle in Baden-Württemberg

Diese Chronik rechter Vorfälle informiert über rassistische und rechtsmotivierte Aktivitäten in Baden-Württemberg. Hierbei werden Gewalttaten ebenso wie Nötigung, Sachbeschädigung und Propagandadelikte berücksichtigt. Es ist jedoch von einer gewissen Dunkelziffer auszugehen, da nicht alle Taten angezeigt werden bzw. an die Öffentlichkeit gelangen. Hin und wieder wird die rechtsgerichtete Motivation einer Tat nicht als solche benannt. In diesem Fall spielt die Wahrnehmung der Betroffenen eine wichtige Rolle bei der Einordnung der Delikte. Taten, bei denen die Beratungsnehmer_innen um eine vertrauliche Behandlung bitten, werden nicht veröffentlicht.

27.07.22
Müllheim

Rassistische Beleidigung im Zug

Ein Zugbegleiter wurde von zwei Reisenden rassistisch beleidigt. Er hatte sie zuvor auf die bestehende Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Zug angesprochen.

23.07.22
Reutlingen

Mann zeigt "Hitlergruß" und geht Passant_innen an

In der Emil-Adolff-Straße wurde ein 19-Jähriger in Gewahrsam genommen, da er zuvor Passant_innen vor einem Club anging, auf sie einschlug und mehrfach den "Hitlergruß" zeigte.

23.07.22
Neckartailfingen

"Hitlergruß" am Badesee

Ein 64-Jähriger zeigte vor mehreren Badegästen den "Hitlergruß" und rief rechte Parolen. Eine 25-Jährige meldete zudem, dass der Mann sie aus dem Gebüsch heraus beobachtete und dabei sexuelle Handlungen an sich ausführte. Bereits zuvor war er ihr unangenehm im FKK-Bereich aufgefallen, weshalb sie in den Textilbereich wechselte. Sie schrie den Mann an, bis er ging und rief die Polizei.

21.07.22
Gailingen

Angriff auf Synagoge

Ein 12-jähriger Junge zündete zunächst ein Papier eines Aushangs am Haupteingang des Jüdischen Museums an. Er brannte zudem mit einem Feuerzeug zwei Hakenkreuze auf die Holztür. Anschließend zündete der 12-Jährige zusammen mit seinen vier Begleitern Papier aus einer Mülltonne an und warfen es im hinteren Bereich des Museums in einen dortigen Lichtschacht. Es kam glücklicherweise zu keinem größeren Brand.

17.07.22
Asperg

Bürgermeister erhält Drohungen

Die extreme Rechte versucht die Tötung einer 17-Jährigen in Asperg für ihre rassistische Ideologie zu instrumentalisieren. Auch der Bürgermeister gerät dabei ins Visier von rechter Hetze, Beleidigungen und Bedrohungen. In einer Telegram-Gruppe der "Identitären Bewegung" tauchte ein Bild von ihm auf, unter dem behauptet wurde, er hätte ein von der "IB" aufgestelltes Holzkreuz entfernt. Tatsächlich trug der Bürgermeister das Kreuz lediglich einige Meter weiter, da es zum einen an seinem ursprünglichen Platz im Weg stand und die Aktion auch nicht mit den Angehörigen abgesprochen war.

14.07.22
Weil im Schönbuch

Rassistischer Angriff

Zwei Männer im Alter von 28 und 30 Jahren befuhren mit ihren Fahrrädern die Ladestraße, als sie plötzlich von einer Gruppe von vier Männern an der Weiterfahrt gehindert wurden. Die Angreifer gingen die beiden Männer verbal an und beleidigten sie rassistisch. Ein 57-Jähriger schlug den 28-Jährigen ins Gesicht und zückte ein Klappmesser, dass er ihm an den Hals hielt. Die beiden Betroffenen konnten sich glücklicherweise aus der Situation befreien.

12.07.22
Ulm

Bedrohung, Beleidigung und Volksverhetzung

Eine 43-Jährige bedrohte und beleidigte Passant_innen am Rondell in der Bahnhofstraße. Sie äußerte sich dabei auch volksverhetzend.

08.07.22
Freiburg

Ausstellung zu jüdischen Sportler_innen beschädigt

Entlang des Rotteckrings wurden im Zuge der Wanderausstellung "Zwischen Erfolg und Verfolgung - jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach" Fotografien von 17 herausragenden jüdischen Sportler_innen ausgestellt. Nachdem es laut der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) bereits zuvor zu Beschädigungen einzelner Ausstellungsstücke gekommen war, wurde die Skulptur des jüdischen Basketballers Ralph Klein zerbrochen und damit zerstört. Die Ausstellenden gehen dabei von einer antisemitischen Tatmotivation aus.

05.07.22
Tübingen

Farbangriff auf selbstverwaltetes Wohnheim

In der Nacht auf den 05.07.2022 gab es einen Farbangriff auf das selbstverwaltete Wohnheim in der Münzgasse 7. Neben einem rechten Sticker wurde auch "Fck Afa" gesprüht und es wurde der Versuch unternommen, Sticker und Plakate des Wohnprojekts unkenntlich zu machen. Es gab bereits im Januar Angriffe auf zwei Wohnprojekte und Antifaschist_innen in Tübingen.

29.06.22
Oberndorf

Rassistische Beleidigungen und Drohungen

[Genaues Datum unklar] Eine Familie bekommt einen anonymen Brief mit rassistischen Beleidigungen und Drohungen. Einige Wochen zuvor wurden die Reifen des Autos zerstochen und es kam zu anonymen Anrufe, bei denen gleich wieder aufgelegt wurde.

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